Gewässer im Bild

Die Weiher des einstigen "Feenschlosses" Karlsberg

Karlsberg-Weiher und die Schwanenweiher

Er galt als ein Despot, der Erbauer des Schlosses Karlsberg auf dem 366 m hohen Buchenberg, dem heutigen Karlsberg - der Wittelsbacher Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken (*29.10.1746 in Düsseldorf, + 01.04.1795 in Mannheim). Seit dem 12. Februar 1774  mit Prinzessin Maria Amalie, der Tochter des sächsischen Kurfürsten Friedrich Christian (u.a. auch Cousine des französ. Königs Ludwig XVI.) verheiratet, trat er 1775 in die Nachfolge seines plötzlich verstorbenen (Selbstmord?) Onkels Christian IV. an, der aus seiner morganatischen Ehe mit der Tänzerin Marie Anne Camasse (spätere Gräfin Forbach) keine erbberechtigen Kinder hinterließ. Mit dem Antritt des Erbes begann er sogleich die desaströsen Finanzen des Herzogtums zu ordnen, verursacht durch Christian IV., dessen Prunksucht weit diee finanziellen Mittel des Herzogtums überschritten hatte, und entließ zunächst dessen ganzen Hofstaat. (Die persönlichen Sparmaßnahmen des neuen Fürsten gingen sogar bis zu den Bindfäden von Paketen, die er sorgsam entknotete, aufbewahrte und wieder verwertete. Erhielt er Briefe, bei denen nur die Hälfte des Blattes beschrieben war, verwendete er das freie Stück als Notizzettel)

Herzog Karl Ii. August
Herzog Karl Ii. August

Auch sein Verwandter Karl IV. Philipp Theodor von Bayern (Sulzbacher Linie der Wittelsbacher) hinterließ keine legitimen Erben und so sollte Karl ihn, nach den Wittelsbacher Hausverträgen, beerben. 

Um den verbrieften Anspruch als Erbe von Kurpfalz-Bayern zu verdeutlichen, begann er 1778 - unter der Leitung seines Generalbaudirektors Christian von Mannlich - mit dem Bau einer künftigen Residenz auf dem Buchenberg, in der Erweiterung des Louisenhofes, den er von der Cousine seiner Jugendliebe (und späteren "Grande Mätresse") Freifrau Caroline Auguste von Esebeck (geb. Gayling von Altheim) erstanden hatte. Einstweilen residierte er mit seinem Hofstaat, auf Betreiben der Freifrau von Esebeck, die mittlerweile zur Oberhofmeisterin avanciert war, in dem von Christian IV. erbauten Jagdschloss Jägersburg. 1788 war das Schloss mit seinen prächtigen Gartenlagen und der "Karlslust" mit Volièren (vermeintlicher "Bärenzwinger"), Terrassen, Pavillionen, Weihern mitsamt der "Großen Kaskade", deren Wasser in ein Tosbecken stürzten, endlich vollendet. Durch dieses ganze Bauwesen hatte sich die Finanzlage des Herzogtums eher verschlechtert als verbessert. Politisch war er sehr rührig, verhinderte u.a. den Tausch der Österreichischen Niederlande mit Bayern, so dass der heutige Freistaat Bayern nicht zu Österreich gehört, sondern zu Deutschland  gehört, als größtes Land der Bundesrepublik. Nur wenige Jahre konnte sich der Herzog an der Pracht seines Schlosses (lt. Freiherr von Knigge "ein Feenschloss"), seiner Sammlungen und den herrlichen Gartenanlagen erfreuen. Am Abend des 28. Juli 1793 loderten Flammen auf dem Karlsberg, französische Revolutionstruppen hatten die Schlossanlagen angezündet, aber den Herzog, den sie ebenso wie seinen Verwandten Ludwig XVI. vor Gericht stellen wollten, fanden sie nicht. Ein Bäuerchen aus St. Ingbert-Rohrbach hatte den Fürsten in der Nacht zuvor gewarnt, und so befand sich der Herzog auf der Flucht als die brandschatzenden französischen Truppen den Karlsberg besetzten. Bis zu seinem Tod 1795 lebte Karl II. August in Mannheim. Seine Witwe musste alle übrig gebliebenen Gebäude bis auf die Grundmauern abreißen lassen (im Gegensatz zur landläufigen Meinung war das Schloss nicht vollständig abgebrannt, es gab noch viele bewohnbare Gebäude), um wenigstens in einem kleinen Schlösschen bei Rohrbach (Heidelberg) ihre letzten Tage verbringen zu dürfen.  Was ist übrig geblieben von dem "Versailles" des Südwestens? Die "Alte Pinakothek" in München, deren Grundstock an Gemälden die von Christian von Mannlich erstellte Sammlung des Herzogs bildete (von dem listigen Maler und Architekten nach München gerettet), einige Ruinenreste der Anlagen und die Weiher: Karlsberg und die Schwanenweiher in einem zauberhaften Wald, in dem man manches Mal in hellen Mondnächten den Herzog mit seiner Hundemeute zu hören und zu sehen glaubt...