Einzeln und frei wie ein Baum

Foto: Pixabay
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„Glaube mir, ich habe es erfahren, du wirst ein Mehreres in den Wäldern finden als in den Büchern; Bäume und Steine werden dich lehren, was kein Lehrmeister dir zu hören gibt.“ (Bernhard von Clairvaux)

c) E. Gelzleichter
c) E. Gelzleichter

 

 

Wir haben mehr in den Wäldern erfahren, was kein Buch uns zu lehren vermochte - Bäume und Steine haben uns mehr gelehrt, als uns je ein Lehrmeister vermitteln konnte!

Naturfreunde wissen um den Wert der Bäume, wie wichtig jeder einzelne für die Erhaltung unseres Klimas ist, dass Buchenwälder nicht ohne Grund als "Wasserwälder" bezeichnet werden: 

Da stehen sie, die Brüder des Waldes, stolz und frei – und doch offenbar in dem Bewusstsein ihres unschätzbaren Wertes, um ein Vielfaches mehr als der Gegenwert von fm geschlagenen Holzes, ihrer ungeheuren Stärke.

. Sie wissen um den Wert ihres Schutzes je nach dem Standort ihrer brüderlichen Waldgemeinschaft, ob an Flüssen, im Gebirge oder auf dem flachen Land. Sie vermögen alles zu schützen: Menschen, Fauna und Flora, Böden und Gewässer ...

Das Schattendach der Wälder behütet die Böden vor Abtragung durch Wasser und Wind oder vor Austrockung durch die Sonne. Ihre mächtigen Wurzeln krallen sich gleich Händen und Fingern in die Erde und lassen an Steilhängen Bodenrutschungen und Steinschläge nicht zu. Die Gefahr des Bodenabtrags richtet sich nach Geländeneigung, Niederschlagsmenge und Bodenbeschaffenheit, daher erfüllen die Wälder in Steillagen überaus wichtige Bodenschutzfunktionen. Ausgleichend auf die täglichen und jährlichen Temperaturschwankungen wirken die Wälder, sie steigern die Taubildung und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Geprägt wird das Waldklima durch die geringere Sonneneinstrahlung und eine höhere Luftfeuchtigkeit, die schattige Kühle eines Waldes, im Durchschnitt 3 bis 6 ° niedriger als über den freien Acker- und Wiesenflächen, 4 bis 8° gegenüber den Städten, wird durch den Wanderer sehr geschätzt. Diese Temperaturunterschiede zwischen Städten und Wäldern bewirken mit ihrem ständigen Luftaustausch reine und qualitativ bessere Luft für die menschlichen Siedlungsgebiete.

 

Die brüderliche Baumgemeinschaft bewährt sich nicht nur als Wasserfilter, sondern auch in besonderer Weise als Filter unserer Luft. Stäube, Gase - radioaktive Stoffe werden durch die Wälder aus der Luft entfernt, die Filterwirkung ist insbesondere von Jahreszeit und Blattoberfläche abhängig. Hier bewähren sich die immergrünen Nadelwälder, so kann beispielsweise ein Hektar großer Fichtenwald 420 kg Schmutzpartikel herausfiltern, ein im Winter blattloser Buchenwald dagegen nur 240 kg. Gase werden dagegen hauptsächlich nur dann aufgenommen, wenn die Kronen feucht sind, dann erst können sich die Gase im Regenwasser lösen. Erstaunlich wieviel Ruß und Staub jährlich unsere Wälder aus der Atmosphäre filtern: Pro Hektar bis zu 50 Tonnen (dazu gehört auch der Feinstaub, der durch das Verbrennen von Holz – ähnlich wie beim Verbrennen von Kohle - produziert wird). Und so ganz nebenbei produzieren die Bäume als „Abfallstoff“ der Photosynthese SAUERSTOFF.

 

 

 

Beachtenswert: Eine 100 Jahre alte Buche erzeugt alljährlich 4.600 kg Sauerstoff, davon kann ein Erwachsener über 13 Jahre leben! (Zu schade zum Verheizen oder zu Press-Span für die Möbelindustrie verarbeitet zu werden.)

Sensationell, in welche Schönheit sich diese eindrucksvolle „Filterfabrik“ tarnt, ein Wunderwerk der Natur, das auf’s Würdigste dem Leben dient. Wie wenig würdig jene, die darin nur Brennholz sehen.

Poetisch nennen wir die Wälder (sachlich korrekt) unsere Lungen - so gesehen, erscheint es doch geradezu paradox, wenn diese Lungen zu Asche verbrannt werden, nur um sich die Füße zu wärmen…

Weißt Du nicht, dass die Wälder das Leben eines Landes sind?(Babylonische Keilschrift)

Copyright Fotos u. Texte Elke Gelzleichter (Ausnahme Foto von Pixabay)